Startseite
Ich über mich Olympia 1972
Essener Songtage 1968
Veröffentlichungen
Bitte auf Deutsch!
Verweise ("Links")
Texte 
Gästebuch
 
Redewendungen II



N - O - P - Q - R - S - T - U - V - W - X - Y - Z

Die Nagelprobe machen
Etwas genau überprüfen. Der Ausdruck stammt wahrscheinlich aus Skandinavien: Wenn man bei einem Trinkgelage nachweisen wollte, dass man sein Glas, nachdem man es auf jemandes Wohl getrunken hatte, auch wirklich leer getrunken hatte, stülpte man es auf den Daumennagel - auf diese Weise konnte man deutlich machen, dass wirklich kein Tropfen mehr herauskam. "Machen wir mal die Nagelprobe" - Jetzt stellen wir doch einmal fest, wie die Dinge wirklich liegen!


Immer der Nase nach

schickte man früher Händler und Gaukler, die die nächstgelegene Burg und den damit verbundenen Markt suchten. Da Fäkalien einfach in den Burgraben entleert wurden, wurden aufgrund des Gestankes einzelnen Gemäuer teilweise für einige Jahre aufgegeben.

N.N.
Die Abkürzung, die man man oft an leeren Büros liest bedeutet "nomen nominandum" oder auf deutsch: Der Namen ist noch zu nennen. Eine weitere Erklärung ist: "nomen nescio" = ich weiß den Namen nicht.

nochmal N.N.: "Abk. als Ersatz irgendeines Namens, wohl aus der im röm. Recht übl. Abk. N.N. für Numerus Negidius (Name des Beklagten in prozeßrechtl. Beispielen)" Quelle: Der Brockhaus in zwei Bänden, 1977 Demnach war N.N. wohl das altrömische äquivalent zum angelsächsischen "John Doe".

Ach du grüne Neune
 s. grüne


Null-acht-fünfzehn (0-8-15)
=von geringem Wert, langweiliger Durchschnitt

Im Ersten Weltkrieg wurde von der deutschen Armee bevorzugt ein bestimmter Maschinengewehr-Typ (MG) eingesetzt. Dieses Geweht kam erstmals 1908 zum Einsatz undn hieß deshalb "MG 08". Im Laufe des Krieges wurde die Waffe weiternetwicjkelt und jeweils mit der Jahreszahl des Erscheinungsjahres versehen (also, 15, 16 v17 ), damit die einzelnen Typen unterschieden werden konnten. Das MG 08/15 von 1915 war im Gegensatz zum originalen MG eine leichtere Variante, die dadurch auch von der Infanterie eingesetzt werden konnte und sehr populär wurde.

weiter lesen: http://web.de/magazine/wissen/mensch/14790584_p3-heisst.html#.A1000145


sich etwas hinter die Ohren schreiben

Die Redewendung geht auf einen mittelalterlichen Rechtsbrauch zurück, der bei der Festlegung neuer Grundstücksgrenzen angewandt wurde: Beide Parteien brachten zu den Verhandlungen ihre Kinder mit und gaben ihnen an den neuen Grenzpunkten ein paar heftige Ohrfeigen, damit sie sich auch in späteren Jahren an den Grenzverlauf erinnern könnten.
Die Grenzlinien wurden also den Kindern hinter die Ohren geschrieben.


weiter lesen: http://web.de/magazine/wissen/mensch/14790584_p4-heisst.html#.A1000145

O. K.

die Herkunft des Wortes ist nicht  geklärt. Vielo sricht dafür, dass die Wendung auf eine verballhornte Abkürzung von "all correct" ("alles in Ordnung") im amerikanischen Englisch zurückgeht. Um 1838 herum machte man sich vor allem in Boston einen Spaß daraus, seltsame Abkürzungen zu erfinden und bewusst falsch zu schreiben. Aus "oll korrect" (=all correct) soll so "ok" entstanden sein. 

Eine andere Deutung führt den Ausdruck, der heute zu den auf der Erde am meisten verwendeten Wörtern gehört, auf die mangelnden Sprachkenntnisse eines deutschstämmigen Generals zurück: Er soll  Meldungen mit "all correct" unterzeichnet haben, schrieb das jedoch so, wie er es hörte:  "oll korrekt".

Dass "ok" sich aus dem westafrikanischen "woukay" für "in Ordnung" entwickjelt habe, ist dagegen doch eher eine sehr spezielle Ansicht...


weiter lesen: http://web.de/magazine/wissen/mensch/14790584_p1-heisst.html#.A1000145

Otto Normalverbraucher
Die Bezeichnung für den Durchschnittsbürger geht auf den Film "Berliner Ballade" zurück, der in den ersten Nachkriegsjahren spielt. "Normalverbraucher" wurde jemand genannt, der die durchschnittliche Anzahl von Lebensmittelmarken bekam. Kurios: "Otto" heißt eigentlich "der Begüterte".
Warum der Name Otto sich durchsetzte (statt Hans, wie z.B. im Sprichtwort "Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmer mehr" oder als
Hans im Glück, als Prahlhans oder Faselhans, als Hänsel mit Gretel und als Hanswurst, der früher auch Hans Narr genannt wurde und ursprünglich Wurst-Hans = Vielfraß hieß), ist nicht recht klar. 

Ein Palaver abhalten
Endlos labern. Es handelt sich um einen Ausdruck aus dem Portugiesischen: "palavra" wurde im Sinne von "Verhandlungen mit Eingeborenen" benutzt. Das Wort, das über portugiesische Händler an die afrikanische Küste kam, brachten englische Seeleute Ende des 18. Jahrhunderts in ihre Sprache ein.

Ich kenne meine Pappenheimer
Das Pappenheimer-Zitat stammt aus Schillers "Wallenstein". Wallenstein lobt mit diesen Worten die Kürassierabordnung des pappenheimschen Regiments. Historischer Hintergrund waren die Kämpfe um die Stadt Magdeburg während des dreißigjährigen Krieges.

Das ist kein Pappenstiel
Das ist eine ganze Menge; umgekehrt hört man auch. "Das ist keinen Pappenstiel wert" - das taugt überhaupt nichts.
Hier geht es nicht um "Pappe", es handelt sich vielmehr um eine Verkürzung von "Pappenblumenstiel". Damit ist der hohle Stiel des "Pfaffenröhrleins" gemeint. Wir kennen diese Blume als "Löwenzahn". Sie wurde zum Sinnbild des Wertlosen, da sie für allerlei Kinderspiele benutzt wurde.

Persilschein
Im zweiten Weltkrieg wurde der Ausdruck "den Persilschein erhalten", für "den Gestellungsbefehl erhalten, eingezogen werden" gebräuchlich. Es war für die Wehrpflichtigen üblich, beim Einrücken ihre Wäsche in Kartons mitzubringen. Diese Kartons besorgte man sich beim Händler um die Ecke, der hatte meistens Waschmittelkartons übrig.

Den Persilschein kennen wir heute als Nachweis einer makellosen politischen Vergangenheit, vor allem in Bezug auf die Entnazifizierung nach dem Ende des Dritten Reiches. Er wird vergeben, wenn die Vergangenheit mit Persil weiß gewaschen wurde...

Jemanden verpetzen
Das Wort "Petze" für einen Verräter wurde im 18. Jahrhundert durch die Theologiestudenten des Hallischen Waisenhauses in die lokale Studentensprache eingeführt. Anfang des 19. Jahrhunderts benutzte man es auch in anderen deutschen Städten.

Der Ursprung liegt wohl im rotwelschen Ausdruck "pazah" = "den Mund aufreißen".

Man hat schon Pferde kotzen sehen...
...ist deshalb eine gute Metapher für Unwahrscheinlichkeiten, weil Pferde nicht kotzen können. Sie haben keine Muskeln, die Speisebrei rückwärts bewegen können. Daher bekommen Pferde leicht Koliken.

Das sind potemkinsche Dörfer
Etwas, das hübsch herausgeputzt wird, um den eigentlichen, lausigen Zustand zu verbergen, bezeichnet man als "potemkinsches Dorf".
Fürst Gregory Alexandrowitsch Potemkin, der Günstling der russischen Zarin Katharina II., war der Namensgeber dieser Täuschung. Als die Zarin das neu eroberte Krimgebiet besichtigen wollte, ließ er Scheindörfer aus bemalten Kulissen errichten, um sie vom wahren Zustand der Region abzulenken.
Allerdings muss man feststellen, dass Herr Potemkin durchaus ein sehr fähiger Staatsmann war, auch wenn er gelegentlich zu kleinen Täuschungsmanövern griff.

Als Prügelknabe herhalten
An jungen Edelleuten durfte früher die an sich verdiente Prügelstrafe nicht vollzogen werden. An ihrer Stelle mussten arme Kinder, die für diesen Zweck "gehalten" wurden, die Schläge auf sich nehmen. Die wirklich Schuldigen mussten der Prozedur zusehen, die von Rechts wegen ihnen galt.

Pudelnass sein
Der Pudel muss ja oft für Redewendungen herhalten. Im Niederdeutschen heißt "pudel" ursprünglich "Pfütze" und "pudeln" "im Wasser plantschen".
Der Pudelhund war ein für die Wasserjagd gezüchteter Hund, der "von Berufs wegen" oft klatschnass wurde. Daher auch der Ausdruck
"wie ein begossener Pudel" für jemand, dem ziemlich übel mitgespielt wurde.

in den (auch: ins) Puff gehen

"Uff!", sagte Winnetoum, setzte ein P davor und verschwand darin...Was der ungemein edele und weitgehend sexfreie Apachenhäuptling natürlich nie getan hätte, dient bis heute vielen unbefriedigten Männern als willkommene Entlastung. Dabei war "Puff" bis ins 18. Jahrhundert ein harmloses Brettspiel, das auf dem Umweg über die USA Ende des 20. Jahrhunderts als "Backgammon" wieder nach Deutschland kam. Das Wort rührte angeblich vom Geräusch des aufschlagenden Würfels her. "Besere" Herren behauptetehn im Laufe der Zeit, wenn sie sich zu einem heimlichen Bordellbesuch aufmachten, sie würden jetzt "Puff spielen" gehen. So ist das harmlose Spiel allmählich zum Synonym für ein Freudenhaus geworden - nicht unähnlich dem Angebot an eine junge Dame, ihr "die Briefmarkensammlung zu zeigen" (was heute natürlich obsoloet ist und vermutlich durch eine Playstation oder Ähnliches ersetzt wird.)

Das ist der springende Punkt
s. springende

Bis in die Puppen
Die Redensart bezieht sich auf den zentralen Platz (Großer Stern) des Berliner Tiergarten.
"Puppen" waren die Standbilder aus der antiken Götterwelt von Knobelsdorff, die Friedrich der Große zur Zierde des zentralen Platzes aufstellen ließ.
Im 18. Jahrhundert war der Tiergarten noch weit vom Zentrum der Stadt entfernt. "Bis in die Puppen" bedeutete ursprünglich noch weit laufen zu müssen. Später gingen dann auch lange Feiern "bis in die Puppen".


Ein Quentchen Glück...
... also ein kleines bisschen Glück, ist oft genau das, was man gerade braucht. Das Wort Quentchen kommt aus dem Lateinischen quintus "der Fünfte". Ursprünglich bezeichnete man mit Quint wahrscheinlich den Fünftel-Solidus oder 1/100 des karolingischen Pfunds. Die Gewichtseinheit Kölnische Mark (in Gebrauch von 1524-1857) wurde in 16 Lot zu 4 Quentchen eingeteilt. 1 Quentchen entsprach demnach einem Gewicht von 3,654 Gramm. Die Neuschreibvariante "Quäntchen" geht wohl irrtümlich davon aus, das das "Quentchen" von Quantum abstammt.

Jemanden mit Rat und Tat unterstützen
Damit meint man, jemandem mit Dingen und Leistungen helfen. "Rat" bezeichnete früher alles, was gut fürs leibliche Leben war. Wir kennen ja noch den "Hausrat", den "Vorrat" und alle möglichen "Geräte".

Etwas ist recht und billig
Recht und billig ist etwas, das den geltenden Rechtsgrundsätzen entspricht. "Billig" wird erst seit dem 18. Jahrhundert in der Bedeutung "kostengünstig" benutzt. Vorher war es gleichbedeutend mit "satzungsgemäß" oder "dem natürlichen Rechtsempfinden entsprechend". Ein billiger Preis war also ein angemessener Preis.
Die alte Bedeutung kennen wir noch aus dem Begriff "etwas billigen", es also gutheißen.

Vom Regen in die Traufe kommen
s. Traufe

Sich am Riemen reißen
Wer sich zusammennehmen soll, wird oft mit diesem Ausdruck aus der Soldatensprache des Ersten Weltkriegs aufgefordert. Wenn ein Soldat in unordentlicher Uniform erwischt wurde, musste er sich am Riemen, also am Gürtel reißen, um seine Uniform wieder in einwandfreien Sitz zu bringen.

Damit hat er den Rubikon überschritten
Es handelt sich dabei um einen unumkehrbaren Schritt. Der Rubikon ist ein kleiner Fluss in Italien, den Cäsar mit seinen Truppen überquerte, um nach Rom zu ziehen. Damit begann der Bürgerkrieg.
Cäsar prägte bei dieser Gelegenheit noch eine weitere bekannte Redensart: "Alea iacta est!" - "Der Würfel ist gefallen!"

Guten Rutsch ins neue Jahr
Damit wünscht man kein "Hinübergleiten" ins neue Jahr, sondern Glück. Der "Gute Rutsch" kommt aus dem Jiddischen "a gut Rosch". "Rosch" ist wiederum aus dem Hebräischen "Rosch Ha Schana" (Anfang des Jahres) und "a gut Rosch" bedeutet somit "Ein gutes Jahr".


Unter aller Sau

Kommt vom Jiddischen "seo" = "Maßstab".

Jemandem die Schau stehlen

Dieser Ausdruck kommt aus der Welt des Theaters. Wer sich auf der Bühne durch übermäßigen Einsatz so in den Vordergrund spielt, dass er einem anderen den Applaus raubt, stiehlt ihm die Schau.
Im englischen Sprachaum sagt man auch "to steal someone's show".

Nach Schema F
Gleichförmige Abläufe sind nach dem preußischen, immer gleich aufzusetzenden Frontbericht benannt; der wurde mit "F" bezeichnet.

Sein Scherflein zu etwas beitragen
Wenn jemand sein Scherflein zu etwas beiträgt, dann gibt er ein wenig Geld oder eine andere geringe Gabe zu einem grösseren Ganzen dazu. Ein Scherf war ein halber Pfennig oder Obol seit den Karolingern (8./9. Jh.). Die Bezeichnung Scherf entstand aus dem Lateinischen scripulum und wandelte sich von scrip, scirp, scerp in althochdeutsches scerpf und heutiges Scherf um. Mundartlich ging der Begriff auf kleine Münzen im allgemeinen über.

"Schindluder treiben"
Ein "Schindluder" war ein todkrankes Tier, das zum Schinder (zum Abdecker) kam. "Luder" hieß das Fleisch von so einem Tier, das als Lockfutter für Raubwild benutzt wurde. "Schindluder" war also ein grobes Schimpfwort, wurde aber auch schon mal scherzhaft benutzt.
Wenn jemand die u. U. derben Späße seiner Freunde satt hat, ruft er aus "ich lass' doch nicht Schindluder mit mir spielen". Er lässt sich also nicht behandeln, wie ein dem Tod geweihtes Tier.

Schlecht und recht durchs Leben gehen
War ursprünglich ein Lob, denn "schlecht" bedeutete "gerade, rechtschaffen". Nach dem das Wort "schlecht" seinen heutigen, negativen Sinn erhalten hatte, kam als Ersatz für die alte Bedeutung das ähnlich klingende Wort "schlicht" in Gebrauch.

Jemandem auf den Schlips treten

Damit ist nicht etwa die Krawatte gemeint, die wäre ja auch schwer mit dem Fuß zu erreichen. Das niederdeutsche Wort "slip" bedeutete "Hemdzipfel" oder "Rockschoß".

Schlitzohr
Gesellen bestimmter Zünfte trugen als Zeichen ihrer Zunftangehörigkeit Ohrringe. Verstießen sie gegen die Regeln ihrer Zünfte, benahmen sie sich also "unzünftig", so wurde ihnen dieser Ohrring auf relativ schmerzhafte Art entfernt. Man riß ihn einfach aus dem Ohr. Das Ergebnis war ein "Schlitzohr".
Eine andere Erklärung besagt, daß Bäcker, die zu kleine Brötchen gebacken hatten, mit dem Ohr an die Kirchentür genagelt wurden. Um sich zu befreien, mußten sie sich losreißen. Das Ergebnis: s. o..

Hier ist Schmalhans Küchenmeister
Wo Schmalhans Küchenmeister, also Koch ist, da gibt es nicht viel zu essen, Die Redewendung geht darauf zurück, dass der Name "Hans" oft als allgemeine Bezeichnung für den männlichen Menschen benutzt wurde. (s. auch Artikel zu "Otto Normalverbraucher"). Da man früher aus der Figur des Kochs auf die Qualität der Küche schloss, konnte es mit dem Essen nicht weit her sein, wenn ein dünner (schmaler) Koch am Herd stand.

Schmiere stehen
Bei Diebstahl oder anderen Vergehen aufpassen, daß die Täter nicht überrascht werden. - Aus der Gaunersprache, dem hebräischen schemirah = Bewachung, Beaufsichtigung entlehnt.

Herein, wenn's kein Schneider ist
War ursprünglich eine Floskel bei den Zunfttreffen der Schneider. Mit den Worten "Herein, wenn's ein Schneider ist", wurde Zunftmitgliedern der Eintritt gewährt.
Da die Sitzungen der Schneidergesellen bei "offener Zunftlade" stattfanden, handelte es sich um eine streng geschlossene Gesellschaft, die darauf achtete, keine Zunftfremden herein zu lassen.
Die Zunftlade war eine Art Truhe, in der die geheimen Unterlagen der Zunft aufbewahrt wurden.
In unserer Zeit wird die Aufforderung nur noch als Parodie auf den Zunftbrauch benutzt.


Das ist mir schnuppe.

Die "Schnuppe" ist das verkohlte Ende eines Kerzendochtes. Und wenn einem etwas schnuppe ist, dann ist es ihm so viel wert wie das verkohlte Ende eines Dochtes -also nichts. In Berlin wurde der Begriff wohl ab 1850 verwendet.
"Schnuppe" kommt vom mittelalterlichen Wort "snuppen" und bedeutet so viel wie "putzen". Der Docht einer Kerze musste früher geputzt werden.

Und "Sternschnuppe" heißt es, weil man dachte, es sei ein Stück Abfall vom Stern weggeputzt worden.

Mein lieber Scholli
rufen wir, wenn wir unser Erstaunen über etwas ausdrücken wollen. Ein Erklärungsansatz besagt, dass der Ausruf auf das französische Adjektiv "joli" (=hübsch) zurückzuführen ist, etwa in der Bedeutung: "Na, mein Hübscher, das war aber höchste Zeit!"
Der andere Erklärungsansatz geht davon aus, dass es diesen "Scholli" wirklich gegeben hat: Es soll sich um Ferdinand Joly handeln, einen Studenten, der wegen eines mysteriösen Vorkommnisses 1783 von der Salzburger Universität verjagt wurde. Bis zu seinem Tod im Jahre 1823 führte er ein unstetes Leben, zog singend, dichtend und schauspielernd übers Land etc. und machte wohl eine Menge seltsame Dinge.
Er war gewissermaßen der Urvater der "Aussteiger".

Schorle
Die Bezeichnung "Schorle" für ein Mixgetränk aus Wasser und Wein leitet sich wohl von dem Trinkspruch eines französischen Offiziers ab, der im 19 Jhd. in Deutschland stationiert war (in Würzburg ?). Vor jedem Glas pflegte er zu sagen:"Toujours l'amour" also in etwa: "jeden Tag Liebe". Daraus wurde "Schorlemorle" und dann die Kurzform "Schorle".

Aus echtem Schrot und Korn
Wenn ein Mensch von echtem Schrot und Korn ist, hat er einen untadeligen Charakter, aber wieso Schrot, warum Korn? Die beiden Begriffe stammen aus dem Münzwesen:
Schrot bezeichnet das Rauhgewicht einer Münze, also das Gesamtgewicht der Münze, ihren Edelmetallanteil ebenso wie die beilegierten unedlen Metalle.
Das Korn einer Münze ist dagegen das Feingewicht, das Gewicht des Edelmetalls in einer Münze.
Münzen aus echtem Schrot und Korn waren in Zeiten der Münzverschlechterung natürlich immer besser angesehen.

Auf Schusters Rappen
Damit sind schwarze Schuhe, also die "Pferde", die der Schuster verkauft, gemeint.

Was schwant mir, wenn mir etwas schwant?
Der "Schwan" spielt bei der Floskel durchaus eine Rolle, aber ganz verschlüsselt: Es handelt sich vermutlich um eine gelehrte Scherzübersetzung des lateinischen "olet mihi" = "es ahnt mir"
Im studentisch/scherzhaften Gebrauch wurde das ähnlich klingende "olor" = "Schwan" eingebaut. Auch in der deutschen Übersetzung ergab sich so ein Gleichklang.

andere Deutung:

Mir schwant Böses - der Ausdruck nimmt die Fabel vom Schwan auf, die besagt, dass dieser seinen Tod voraussieht und sich mit süßem, unerhörtem Gesang ("Schwanengesang") vom Leben verabschiedet. Unter "Schwanengesang" wird die letzte Äußerung eines sterbenden Organismus verstanden.

Hinter schwedischen Gardinen sitzen
Aller Wahrscheinlichkeit nach bezieht sich "Gardine" auf einen verniedlichenden Ausdruck aus der Gaunersprache für das Gitter und "schwedisch" waren die Gardinen, weil der hochwertigste Stahl, aus dem natürlich auch die Gefängnisgitter "gewebt" wurden, aus schwedischem Erz hergestellt wurde.

Kein Geld, keine Schweizer
Es gibt nichts ohne Gegenleistung. Bei den "Schweizern" handelt es sich um die Gardesoldaten, die an vielen europäischen Höfen dienten. Heute leistet sich nur der Vatikan eine Schweizergarde.
Diese Söldner achteten sehr genau auf pünktliche Zahlung ihres Soldes. Blieb der aus, brachen sie schon mal einen Krieg ab, wie 1521 im Falle der Belagerung Mailands durch Franz I. Also, Papst pass auf.

Sein Schwert in die Waagschale werfen
Als die Gallier 390 v. Chr. die Römer besiegt hatten, forderten sie einen hohen Tribut. Die Römer beschwerten sich, dass die Gallier die geforderten 1000 Pfund Gold mit manipulierten Gewichten abgewogen haben wollten. Der Gallierkönig Brennus konnte so ein mädchenhaftes Gewinsel überhaupt nicht haben und warf auch noch sein Schwert in die Waagschale. Dazu sprach er noch die berühmten Worte: "vae victis" also "Wehe den Besiegten."

Im siebten Himmel schweben

s.u. auf Wolke sieben


Das ist ja die reinste Sisyphusarbeit

Sisyphus, der Gründer und erste König Korinths, galt als der verschlagenste und gewinnsüchtigste unter den Menschen, ein echtes Ekelpaket also.
Als Strafe für seine Schlechtigkeit musste er im Tartarus einen Felsen einen hohen Berg hinaufwälzen und damit es ihm nicht langweilig wurde rollte der Fels, kaum war er oben, wieder ins Tal und das Ganze begann von vorne.
Im Gedenken an dieses große Vorbild nennt man heute sinnlose, niemals enden wollende Arbeit "Sisyphusarbeit".

Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben

Das hat Gorbatschow so nicht gesagt.
Im russischen Original heißt es bei wörtlicher Übersetzung, dass es "gefährlich für denjenigen wird, der nicht auf das Leben reagiert".

Splitternackt sein
Schon im 15. Jahrhundert war man "splitternaket", also ganz nackig.
Den Ursprung hat die Wendung wahrscheinlich in "splinternackt". "Splint" ist die Faser- bzw. Bastschicht, die zwischen der Rinde und dem Stammholz eines Baumes liegt. Daher wohl auch die Form "splitterfasernackt". Ein Stamm ist erst dann ganz nackt, wenn neben der Rinde auch der Splint entfernt wurde. "Splinternackt" bedeutet also, nackt bis unter den Splint, also "ausgezogen bis aufs Holz".

Das ist der springende Punkt
Diese Redewendung ist auf Aristoteles zurückzuführen. Er spricht in einem seiner Bücher davon, dass sich im Weißen des Eies das Herz des werdenden Vogels "als ein Blutfleck" anzeige; dieses Zeichen hüpfe und springe. In einer übersetzung wurde das Ganze dann mit "quod punctum salit..." als "springender Punkt" wiedergegeben.

Den Stab über jemanden brechen
So sagt man, wenn über jemanden ein hartes Urteil gefällt wird.
Der Richter trug früher als Zeichen seiner Position den sogenannten Gerichtsstab. Mit ihm gebot er Ruhe und die Versammlung blieb beisammen, solange er ihn in der Hand hielt. Legte er ihn ab, galt die Versammlung als geschlossen.
Wurde ein zum Tode Verurteilter zum Henker geführt, so zerbrach der Richter direkt vor der Hinrichtung den Stab über dessen Haupt und sprach: "Nun helfe dir Gott, ich kann dir nicht mehr helfen." Das irdische Urteil war damit unwiderruflich.

Wider den Stachel löcken
Der Ausspruch stammt vom Ochsentreiben. Der Stachel war der Stock des Ochsentreibers und "löcken" ist ein veraltetes Wort für ausschlagen.

Jemandem die Stange halten

Im mittelalterlichen Recht gab es die Sitte, jedem Kämpfer im gerichtlichen Zweikampf einen Sekundanten zur Seite zu stellen, der eingreifen musste, wenn die Regeln es erforderten. Er "hielt seinem Mann die Stange", unterstützte ihn also bei seiner Aufgabe.
Im Landrecht des "Schwabenspiegels" gab es den Passus:
"Ir ietwederm sol der rihter einen man geben, der ein stange trage, die soll der über den haben, der da gevellet".
Bei Turnieren gab es den "Grieswart", auch "Stängler" genannt. Er hatte die Aufgabe den Kämpfern beizuspringen, die aufgeben wollten. Wer "die Stange begehrte", wollte aufgeben.

Dreck am Stecken haben
Wer "Dreck am Stecken hat", hat zwar (z.B. nach einem Marsch durch den Schmutz) seine Schuhe gereinigt, trägt aber den verräterischen Dreck noch immer mit sich herum.
So jemand hat also kein reines Gewissen, ist ein Heuchler etc.

Steckenbrunzer
In alten Heimatfilmen sieht man oft, dass die Dorfobersten (in früheren Tagen, jene die es sich leisten konnten das Wirtshaus auch wochentags zu besuchen) neben einem auffallend herausgeputzten Äußeren fast immer auch einen Stock (Stecken) mit sich führten, auch wenn es keinerlei medizinische Indikation erforderlich machte.
Damals hatten die meisten Dorfwirtshäuser in der Gaststube einen Lehmboden. Wenn sich nun die Männerwelt des langen und des breiten über sehr wichtige Themen zu unterhalten pflegte,  forderte
irgendwann die Blase den direkten Weg auf die Toilette. Um sich eben jenen Weg zu ersparen, wurde das "Hosentürl" (unter dem Tische) in noch sitzendem Zustand geöffnet, der Stecken angelegt und die Flüssigkeit rann am Stab entlang in den Lehmboden. Einer der wenigen Fälle, wo alte Bräuche zu Recht ausgestorben sind.

Das ist mein Steckenpferd
Bedeutet: Das ist mein Hobby. Der Begriff Steckenpferd bezeichnete natürlich ursprünglich das bekannte Kinderspielzeug.

Durch die übersetzung der englischen Floskel "hobby horse" aus dem Buch "Tristram Shandy" wurde "Steckenpferd" als Bezeichnung für einen (nutzlosen) Zeitvertreib im deutschen Raum gebräuchlich.

Aus dem Stegreif sprechen
"Stegreif" = Steig-Reif(en) - so hieß früher die einfache Ringform des Steigbügels. Aus dem Stegreif sprechen bedeutet "ohne alle "Vorbereitung".
Königs- und Fürstenkuriere verlasen die Erlasse ihres Herrn ohne abzusitzen "aus dem Stegreif" und ritten dann gleich weiter.

Bei jemandem einen Stein im Brett haben

Die Redewendung ist schon ziemlich alt. Einen ersten Beleg findet man in Johann Agricolas "Sprichwörtersammlung" von 1529: "Ich hab eyn guten steyn im brette". Ursprung der Redensart ist ein Brettspiel: das "Puffspiel" (--> s.o. Puff) oder auch "Tricktrack".

Im Spiel hat derjenige einen guten Stein im Brett, der zwei nebeneinander liegende Felder mit seinen Steinen belegt hält, da er so dem Mitspieler das Gewinnen erschwert. Ein guter Freund, der einem zur Seite steht, wird metaphorisch "als guter Stein im Brett" bezeichnet.

Im Stich lassen
Kommt aus der Zeit der Ritterturniere.
Falls ein Ritter stürzte, verletzt wurde oder sonst wie behindert war, musste ihn sein Knappe aus der Gefahrenzone ziehen.
Tat er das nicht rechtzeitig, hatte es zur Folge, dass sein Herr für einen weiteren Stich liegen blieb.

Einen Stiefel vertragen können
Trinkgefäße in Form von Stiefeln sind schon seit dem 16. Jahrhundert belegt. Diese Form geht eventuell darauf zurück, dass einst wirklich aus Stiefeln getrunken wurde. Natürlich nicht aus Fußbekleidung, sondern im "Ruodlieb", dem ältesten Abenteuerroman deutscher Sprache (um 1030), werden die ledernen Weinbeutel scherzhaft "Stiefel" genannt.
Es gibt auch einige Anekdoten, die besonders trinkfeste "Helden" beschreiben, die in einem Zug ganze Reiterstiefel leeren konnten. Ein Beispiel ist der "Trunk von Rothenburg", durch den im Jahre 1631 der Bürgermeister seine Stadt vor Tillys Truppen rettete.

Über Stock und Stein
Schon um 1300 benutzte man diese Alliteration.
Die bekannten Literaturstellen beschreiben Situationen auf Waldwegen, wo Wurzelstöcke und Steine den Weg für die Wanderer unbequem machen.
Grenzmarkierungen (Steine und Stöcke) werden in den alten Texten nicht erwähnt.

Ein Stoppelhopser sein
Der Begriff kam um 1870 auf und bezeichnet einen Infanteristen. Manöver fanden gewöhnlich im Herbst statt, und zwar auf den abgeernteten, stoppeligen Feldern.

Über die Stränge schlagen
Einer, der in ausgelassener Stimmung zu weit geht, schlägt über die Stränge. Man vergleicht ihn mit unwilligen Kutschpferden, die bocken und dabei über das Geschirr, die Zugstränge, ausschlagen.

Mit jemandem einen Strauß austragen
Hier werden keine Laufvögel ausgeliefert, sondern man haut sich gegenseitig aufs Maul.
Die Redensart ist wohl am ehesten im süddeutschen Raum gebräuchlich.
Das Wort "Strauß" stammt von dem mittelhochdeutschen Verb "striuzen" für "sträuben, streiten" ab.

Auf den Strich gehen
Die Redensart wird häufig mit dem Balzflug der Schnepfe, dem in der Jägersprache so genannten "Schnepfenstrich" in Verbindung gebracht.
Da "Schnepfe" auch ein Schimpfname für liederliche Weibsbilder war, ist dieser Ursprung durchaus plausibel.

Apropos Jägersprache, auch folgende Worte und Redewendungen sind der Jäger- und Forstsprache entlehnt: sich drücken, rumasen, auf den Busch klopfen, einen Bock schießen, auf den Leim gehen, erpicht sein, Fallstricke legen, aufscheuchen, aufgebracht, Hasenpanier ergreifen, der Reinfall, auffliegen, jemanden hochgehen lassen, die Hörner abstoßen, verludert, durch die Lappen gehen, sich mausig machen, nachstellen, in der Patsche sitzen, Pechvogel, Schießhund, auf die Schliche kommen, zur Strecke bringen, auf der Strecke bleiben, sich in etwas verbeißen, Lockvogel...


Etwas nach Strich und Faden tun
Eine Redewendung aus dem Weberhandwerk. Der Meister prüfte das von seinen Gesellen hergestellte Tuch "nach Strich und Faden", also ganz exakt, um das Material zu überprüfen und festzustellen, ob der Geselle sorgfältig gearbeitet hatte.

Ich bin zur Zeit Strohwitwer
Ein Mann, der vorübergehend alleine lebt wird, im Volksmund "Strohwitwer" genannt. Er ist alleine gelassen, hat niemanden, der das Stroh, also das Bett, mit ihm teilt, genießt aber auch einige Freiheiten.
Zumindest bis Mutti wieder zu Hause ist und das Chaos vorfindet, das der Alte angerichtet hat während sie bei ihrer Schwester war...

Der Kerl ist ein Stümper
Einen Pfuscher nennt man auch Stümper. Der Begriff kommt aus dem Zunftwesen. Ein "stümpler" war ein Handwerker, der nicht zünftig gelernt hatte und daher angeblich mit stumpfem Werkzeug herum dilettierte.

In den Zunftordnungen wurde Stümpern und Pfuschern angedroht, ihr Handwerkszeug und ihre Arbeiten zu konfiszieren. Der Grund dafür war vor allem, dass sie die Zunftpreise unterboten, und das konnten die Jungs damals gar nicht leiden.

Sündenbock
In vielen Religionen herrscht die Vorstellung, daß die Sünde auf ein anderes Wesen übertragen werden könne. Damit ist auch die Geschichte vom Sündenbock im Alten Testament in Verbindung zu bringen. Im 16. Kapitel des 3. buches Mose wird erzählt, daß Gott Aaron befohlen habe, zwei Ziegenböcke zum Sündopfer zu nehmen; den einen solle er als Opfer schlachten, den anderen in der Wüste lassen. Über den für die Wüste bestimmten Bock jedenfalls heißt es dann: "Und wenn er (Aaron) vollbracht hat das Versöhnen des Heiligtums und der Hütte des Stifts und des Altars, so soll er den lebendigen Bock her(zu)bringen. Da soll denn Aaron seine beiden Hände auf sein Haupt legen und bekennen auf ihn alle Missetat der Kinder Israel und alle Übertretung in allen ihren Sünden, und soll sie dem Bock auf das Haupt legen und ihn durch einen Mann, der bereit ist, in die Wüste laufen lassen, daß also der Bock alle ihre Missetat auf sich in eine Wildnis trage."

Das ist tabu
Ein Verbot wird heute gerne als ein "Tabu" bezeichnet. Das Wort kommt von ganz weit her, und zwar aus Polynesien. James Cook lernte den Begriff 1777 kennen, als er auf den Tonga-Inseln vorbeischaute.

Ein Tabu war für die Eingeborenen etwas, das für eine bestimmte Gruppe auf Grund einer heiligen Sitte verboten war.

Tacheles reden
"Tacheles" kommt aus dem Jiddischen und bedeutet "Zweck, zweckmäßiges Handeln". Im Wortsinn bedeutet "Tacheles reden" also "zweckmäßig reden, zur Sache kommen."


Tamtam
um etwas machen

Jemand, der übermäßige Aufregung zeigt, wird oft mit dem Ruf: "Nu' mach doch nich' so'n Tamtam!", zur Ruhe gebeten. Das Wort kam über Frankreich zu uns.
Tja, Tamtam machen, das können sie, die Franzosen.
Es ist die lautmalende Beschreibung der indischen Eingeborenentrommel.

Tantalusqualen
erleiden

Der alte Grieche Tantalos trieb seine Spielchen mit den Göttern. Erst stahl er die "Götterspeise" Ambrosia von der Tafel der Götter und verputzte sie mit seinen Kumpels, dann erzählte er auch noch göttliche Geheimnisse weiter, das alte Tratschmaul.
Um dem ganzen die Krone aufzusetzen, wollte er die Allwissenheit der Götter testen. Dazu schlachtete er seinen Sohnemann Pelops und setzte ein aus ihm zubereitetes Gyros den Göttern als Festmahl vor. Irgendwo gibt es aber immer eine Grenze, die Götter verdammten ihn zu endlosen Qualen.
Er musste bis zu den Knien im Wasser stehen, aber immer wenn er sich zum Trinken bückte, verschwand das kühle Nass. Über ihm hingen Fruchtzweige, aber sobald er nach ihnen griff, blies der Wind sie aus seiner Reichweite.
Die Original-Tantalusqualen sind also Hunger und Durst. Aber später wurde jede Art von Schmerz und Qual so bezeichnet.

Den Teufel an die Wand malen
Ein Unglück heraufbeschwören; den Namen des Teufels zu nennen oder gar ihn bildlich darzustellen, galt als unweigerliches Mittel, ihn herbeizulocken. Deshalb wurde auch in Flüchen vermieden, den Namen des Teufels auszusprechen (z.B. Hol's der Kuckuck! statt Hol's der Teufel! - Zum Kuckuck! statt Zum Teufel!)

In Teufels Küche kommen
In eine sehr schwierige Situation kommen

Eine Tartarennachricht erhalten
Diese Bezeichnung für eine unglaubwürdige Botschaft beruht auf einer wahren Begebenheit.
Berittene tartarische Kuriere brachten während des Krimkriegs die Nachricht nach Bukarest, dass Sewastopol gefallen sei. War es in Wirklichkeit noch garnicht, aber die Nachricht übte nachhaltigen Einfluss auf Politik und Börse aus.
Wenn man sich die Vorgänge an den internationalen Börsen so anschaut, ist "Tatarennachricht" ein ziemlich aktueller Begriff, oder?

Kurz vor Toresschluss
Gerade noch rechtzeitig. Wer im Mittelalter und auch noch spät in eine Stadt hinein wollte, obwohl die Tore schon geschlossen waren, musste einen "Torgroschen" entrichten. Vorher litt er wahrscheinlich unter "Torschlusspanik".

Vom Regen in die Traufe kommen
Regen kennt jeder, aber was ist die Traufe? Die Traufe ist ein Abfluss in der Dachkante, aus dem das auf dem Hausdach gesammelte Regenwasser abfließt. Bei starkem Regen entsteht ein ziemlicher Wasserfall.
Wer aus dem Regen in die Traufe gerät, hat ein Problem umgangen, um einem anderen zum Opfer zu fallen.

Treulose Tomate
Der Vergleich eines unzuverlässigen Zeitgenossen mit dem beliebten Gemüse stammt aller Wahrscheinlichkeit nach aus der Zeit nach dem Ersten Weltkrieg.
Es war ein Schimpfwort der Deutschen für die als unzuverlässig und treuebrüchig geltenden Italiener. Da in Italien große Mengen Tomaten angebaut und verzehrt wurden, identifizierte man die Italiener bald mit dem Gemüse. Ein anderer kulinarischer Schmähausdruck für die Südeuropäer war "Treubruchnudeln".
Die Italiener hatten im Ersten Weltkrieg gegen Österreich gekämpft, um einige Grenzgebiete einzugemeinden. Den 1886 geschlossenen Dreibund zwischen Deutschland, Österreich/Ungarn und Italien ignorierten sie dabei ganz einfach.

Jmd. auf Trab bringen
Bei allen Redewendungen in denen "Trab" oder "Trapp" vorkommt, bezieht man sich auf die schnelle Pferdegangart (s. "Trabrennen"). Im Gegensatz zum "Schritt" ist Trab schon bedeutend zügiger wenn auch nicht so schnell wie Galopp.
Königs- und Fürstenkuriere verlasen die Erlasse ihres Herrn ohne abzusitzen "aus dem Stegreif", um dann eiligst weiterzureiten.

türmen gehen
= fliehen

In den Burgen war der Turm der Zufluchtsort, an den sich diejenigen zurückzogen, die nicht kämpfen konnten oder wollten.

Verflixt und zugenäht
Verdammt und zugenäht ist eine Steigerung des einfachen Fluches verdammt, verflucht, verflixt etc. Die Erweiterung stammt aus dem Schluss eines Studentenliedes: "...da hab ich meinen Hosenlatz verflucht und zugenäht".
Eine andere Deutung ist, dass der Ausruf "Verflucht und zugenäht!" dann gebraucht wurde, wenn beim studentischen Fechten einer der Paukanten einen schweren Schmiss erhielt, der sofort genäht werden musste.

verkatert sein
Einen Kater haben s.dort

Jemand/ etwas ins Visier nehmen
= jemand oder etwas genauer untersuchen, zumeist in sehr kritischer Absicht.
Wenn der Ritter das Visier, also die Augenklappe an seinem Helm, hochklappte, bedeutete  das, dass er seinem Gegenüber freundlich gesinnt wear. Dem entsprechend bedeutete das Herunterklappen des Visiers, dass er vermutlich feindliche Absichten hegte und sich auf einen Kampf einstellte.

Einen Vogel haben
Bedeutet bekanntlich "nicht bei Verstand sein". Nach altem Volksglauben waren Geistesgestörte nicht nur behext, in manchen Fällen nisteten Vögel in ihrem Kopf. Daher auch: "Bei dir piept's wohl!".

Sein Waterloo erleben

Eine finale Niederlage bezeichnete man oft als "Waterloo". Man bezieht sich dabei auf die Schlacht bei Waterloo im Jahre 1815, bei der Napoleon von den vereinten Armeen Englands und Preußens vernichtend geschlagen wurde.
Waterloo liegt in der belgischen Provinz Brabant, daher wird der Ortsname auch nicht englisch "Woterlu" ausgesprochen, sondern so wie man es schreibt, mit langem "o".

Die Weisheit nicht mit dem Löffel gefressen haben
Offensichtlich wird die Weisheit für etwas Flüssiges gehalten, denn man vermutet bei Menschen, die man für dumm hält, dass sie die Weisheit nicht mit dem Löffel gefressen haben – oder eben einfach nicht besonders viel Weisheit abbekommen haben.

Auf Wolke 7 schweben
=Augenblicke höchsten Glücks erleben
In der jüdischen christlichen und islamischen Mythologie stellte man sich vor, dass die (flache) Erde überwölbt sei von sieben Kristallsphären oder Himmeln. Der siebte Himmel war am nächsten bei Gott, sich dort aufzuhalten, bedeutet also äußerstes Glück: Dann war man im siebten Himmel.
Im Englischen steigt man übrigens dafür noch zwei Himmel höher: Im "International Cliud Atlas" von 1896 wurden 10 Wolkentypen unterschieden, von denen Wolke 9 am höchsten steige. Wer also ins höchste Glück steigen wollte, der bemühte sich um "cloud nine".

Über die Wupper gehen
= sterben
Zu der Zeit, als die Wupper die Grenze zwischen dem Herzogtum Berg und Preußen bildete, konnte ein junger Mann, der auf preußischem Gebiet wohnte, dem Militärdienst dadurch entgehen, dass er "über die Wupper" ging - dann war er in Sicherheit. Im Laufe der Zeit hat sich der Ausdruck in sein Gegenteil verkehrt

Sich kein X für ein U vormachen lassen
Bedeutet: sich nicht betrügen lassen.
Wenn der Wirt früher die Rechnung mit römischen Zahlen schrieb, konnte er leicht aus der 5 (römisch: V) eine 10 machen (römisch: X), indem er einfach die Striche ein bisschen verlängerte.  Der aufmerksame Gast achtete von vornherein darauf, dass aus dem U nicht ein X wurde...


Einen Zahn/ einen Zacken zulegen

Früher hing auf der Feuerstelle im Haus der Topf an einer Art Sägekamm. Wurde der Topf einen Zahn/ einen Zacken nach unten gehängt, war das Essen näher am Feuer und wurde deshalb schneller fertig.

Es zieht wie Hechtsuppe ---> Hechtsuppe




Keine Ahnung? Kein Problem! Willi klärt Ihre Fragen.