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Ich über mich | Olympia 1972 |
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Texte |
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Popgeschichte der 60-er Jahre (-2-)
| Die
Veränderungen in der Popmusik gingen natürlich auch an
Deutschland
nicht spurlos vorbei; dabei waren es gar nicht so sehr die bekannten Publikumszeitschriften wie Bravo, Musik Express oder Musik-Parade, sondern kleine Insidermagazine wie Sounds (Köln, später Hamburg 1966-83) oder Song (Erlangen, 1966- 70), die auf neue Entwicklungstendenzen in der Popmusik aufmerksam machten. Zu erwarten war das nicht, denn diese Magazine beschäftigten sich eigentlich mit Jazz und Folklore oder Chansons. Dass sie sich etwa ab 1967 der Popmusik zuwandten, hängt mit der allgemeinen Aufwertung dieser Musik zusammen - man konnte sie einfach nicht mehr übergehen. "Song" hatte sich Anfang der Sechziger Jahre unter dem Eindruck der Wiederbelebung der amerikanischen Folk-Musik (Dylan, Joan Baez, Pete Seeger, Phil Ochs) um die Erneuerung des politischen Liedes in der BRD bemüht - Ausdruck dieses Bemühens waren die ab 1964 jährlich stattfindenden, inzwischen legendär gewordenen Liederfestivals auf der Burg Waldeck im Hunsrück.
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Die Zeitschriften „Sounds“ und „Song“ ‚1968, entdeckten sehr früh den Markt der Popmusik. Dokumentationszentrum für Popkultur, Sammlung Uwe Husslein, Köln Organisator der Essener Songtage 1968, die "als erste und größte Manifestation des kontinental-europäischen Underground der sechziger Jahre Geschichte machten" (LV Westfalen-Lippe (Hsg.): Jugend*Protest*Kultur 1968. Münster 1999, S. 39) und neben den angesagten Pop- und Underground-Interpreten der Epoche im Nachhinein vor allem dadurch besondere Bedeutung gewonnen haben, dass sie den neuen deutschen Bands eine große öffentliche Plattform boten, die später unter den Sammelbegriffen "Krautrock" oder "Kosmische Musik" internationale Karriere machten. (Näheres auf der Seite Rolf-Ulrich-Kaiser.html) Die Song-Tage blieben leider ein singuläres Ereignis. Nach Ausschreitungen gegen den Essener Oberbürgermeister bei einem städtischen Empfang sah sich die Stadt Essen nicht mehr in der Lage, ein solches nicht-kommerzielles Festival zu unterstützen. (Für die Songtage hatte Essen die damals horrende Summe von 100.000 DM zur Verfügung gestellt.) Nachfolger wurde 1969 das Essener Pop-& Blues-Festival - eine reine Kommerzveranstaltung, mit der der ebenfalls noch sehr junge Initiator, der Student Konrad Mallison, im ersten Jahr noch Gewinn machte, das aber dann - politisch ohne jeden Anspruch - bald in der Beliebigkeit verplätscherte und einschlief. |